Rund 50.000 Jäger blasen in Europa das Jagdhorn, ein ventilloses Blechblasinstrument, mit welchem, bedingt durch seine Bauform, nur eine begrenzte Zahl von Tönen aus der Naturtonreihe gespielt werden kann. Unsere Vorfahren verwendeten das Horn des Urrindes als überlebenswichtiges Signalgerät. Dort liegt der Ursprung des Jagdhorns. Heute noch verwendet man das einfache Jagdhorn bei Gesellschaftsjagden zur Verständigung über weite Entfernungen.

Jagdhornblasen erlernt man am besten in einer bestehenden Bläsergruppe. Vorausgesetzt wird ein gutes Gehör und musikalisches Gespür, da Jagdhörner nur die Naturtöne (Jagdhorn in B: c - g - c - e - g - a) umfassen, welche durch eine Veränderung der Lippenspannung erzeugt werden.

 

 

 

 

 

 

Einfaches Signalhorn für die Jagd

Wir unterscheiden zwei Arten von Jagdhörnern. Das Parforcehorn (grosses Horn) und das Fürst- Plesshorn (kleines Horn).



Auf dem  Parforcehorn sind dynamische Unterschiede sehr gut zu gestalten. Der Klangcharakter reicht vom weichen, runden Ton bis hin zum rauen, klirrenden Schmettern. Während in Frankreich das Parforcehorn immer im Vordergrund stand, war es bei uns nach und nach in den Hintergrund geraten und hat sich erneut nach 1960 durchgesetzt, da man wieder erkannt hatte, dass damit die Jagdmusik grossartig bereichert werden kann.

 

 

Das Fürst- Plesshorn wurde nach dem Oberjägermeister des Kaisers, Hans Heinrich XI. Fürst von Pless benannt, ab 1870 als Signalhorn für die Jagd verwendet. Im Zusammenspiel mit anderen Hörnern vermittelt es einen kräftigen, runden Klangeindruck.

 

 

 








Hans Heinrich XI., Fürst von Pless





 

Ebefalls gebräuchlich sind der Sauerländer Halbmond, das Ventilhorn und das Taschenhorn auch Schneckenhorn genannt.